Heimvolkshochschule
GOTTFRIED KÖNZGEN

Faire Arbeit_Würde_Helfen_

Entwicklungspolitische Fachtagung im KönzgenHaus

Franz Segbers

Gerechtigkeit – seit jeher ist sie das Leitmotiv der Bildungsarbeit im KönzgenHaus. Konkret spürbar wurde dies jetzt wieder im Rahmen der Fachtagung „Faire Arbeit_Würde_Helfen“ gemeinsam mit der KAB Deutschlands, dem Weltnotwerk der KAB und dem Lateinamerika-Hilfswerk  Adveniat.

Ökonomischer Fortschritt bedeutet heute viel zu häufig einen Rückschritt bei den Sozialrechten und immer wieder stellt sich die Frage: Was trägt die Wirtschaft zu einem fairen und guten Leben bei?
Denn die Globalisierung  spaltet. „Das Versprechen der Globalisierung vom Wohlstand für alle hat sich nicht erfüllt“, so Prof. Franz Segbers bei seinem Vortrag. Weiterhin bestehen aber das Versprechen global geltender sozialer (Menschen-)Rechte und damit einer würdevollen sozialen Existenz für alle Menschen. „Doch die Wirklichkeit ist mehr denn je von diesem Versprechen entfernt. Arbeitslosigkeit, eine Arbeit, von der man nicht in Würde leben kann, soziale Unsicherheit und prekäre Beschäftigung nehmen zu […] Der Kapitalismus hat sich globalisiert. Er hat Wohlstand für einige wenige erzeugt und die Kluft zwischen Arm und Reich vergrößert. […] Die Menschenrechte sind immer beides: Das Versprechen, dass jeder Mensch ein Recht auf ein Leben in Würde hat, aber auch ein Kontrapunkt zu den herrschenden Verhältnissen. […] Die neoliberale Globalisierung ist eine strukturelle Respektlosigkeit gegenüber der Würde der Arbeit, denn sie macht Arbeit wieder zu einer bloßen Ware.“ (Segbers)

Und diese Entwicklung ist lange nicht nur eine Entwicklung des Globalen Südens, was Prälat Peter Kossen besonders anschaulich darstellen konnte am Beispiel der Fleischindustrie, in der besonders häufig äußerst prekäre Beschäftigungsformen vorkommen. Das durchschnittliche Verhältnis Stammbelegschaft zu Werkvertrags- und Leiharbeit beträgt in der Branche 20% zu 80%.
16-Stunden-Tage, unbezahlte Überstunden, keine Krankenversicherung, nicht nachvollziehbare Abzüge vom Lohn, fristlose Kündigungen und dergleichen mehr. Peter Kossen spricht von moderner Sklaverei.

Während der Tagung wurden die vielen problematischen Aspekte der „Globalisierung der Arbeit“ mit Akteur*innen aus Brasilien, Venezuela, Peru, Mexiko und Deutschland beleuchtet. Globalisiert sich die Arbeit, so müssen sich auch die Arbeitnehmerrechte globalisieren und damit Gerechtigkeit konkretisieren. Wie dies funktionieren kann, wurde in den vielen Workshops während der Tagung erarbeitet und diskutiert.

Faire Arbeit sollte selbstbestimmt, verantwortungsvoll und auskömmlich sein - weltweit. Darin waren sich die 120 Teilnehmer*innen der Fachtagung im KönzgenHaus einig. Jede*r Verbraucher*in kann mit verantwortungsvollem Konsum selbst dazu beitragen. Aber auch die Solidarität miteinander darf nicht zu kurz kommen – es braucht mehr Vereinigung und Organisation im politischen System. Denn, so Peter Kossen: „Solidarität ermöglicht Teilhabe. Solidarität sensibilisiert für die Wirklichkeit, dass die Völker gemeinsam überleben oder gemeinsam untergehen. Die Zukunft der Menschheit entscheidet sich an ihrer Bereitschaft und Fähigkeit zur Solidarität.“

Programmablauf der Fachtagung

Resumee der Fachtagung

Vortrag Franz Segbers

Präsentation Franz Segbers

Vortrag Peter Kossen

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