Heimvolkshochschule
GOTTFRIED KÖNZGEN

Hauswirtschaft ist viel mehr, als Du glaubst!

Eine vielseitige und anspruchsvolle Ausbildung mit Zukunft

Christiane Brockmann mit den Auszubildenden (v.l.) Inga Stewen, Pia Schlottbom und Kerstin Becker

Das K√∂nzgenHaus_Haltern am See lebt von seinen Inhalten und Ideen ‚Äď und es lebt von einer hervorragenden Hauswirtschaft. G√§ste und Teilnehmer*innen f√ľhlen sich sehr wohl. Im Team der Hauswirtschaft stehen insgesamt vier Ausbildungspl√§tze zur Verf√ľgung. Um den jungen Menschen, die sich unter dem Berufsbild nichts vorstellen k√∂nnen, ein Bild zu erm√∂glichen, haben wir uns mit den drei Auszubildenden Kerstin Becker (drittes Lehrjahr), Pia Schlottbom (zweites Lehrjahr) und Inga Stewen (erstes Lehrjahr) unterhalten.

Inga, wie kam es dazu, dass du dich f√ľr diese Ausbildung entschieden hast?

Inga: Ich habe am Herwig-Blankertz-Berufskolleg in Recklinghausen meinen Realschulabschluss in Ern√§hrung und Hauswirtschaft gemacht. Mir gef√§llt, dass der Beruf so vielf√§ltig ist: Raumpflege, Speisenzubereitung, W√§sche, Dekoration, Einkauf, Kalkulation... Und ich mag es sehr, im Team zu arbeiten. Mir gef√§llt es, dass wir uns gegenseitig darin unterst√ľtzen, das gemeinsame Tagesziel zu erreichen. Und ich mag besonders, dass ich jeden Tag neue Aufgaben und Herausforderungen bekomme. Mal bereite ich den Nachtisch zu, dann mache ich das Salatbuffet, am n√§chsten Tag bin ich im Service.

Gab es etwas, das f√ľr dich zu Beginn besonders schwierig war?

Inga: Ja, der G√§stekontakt war fremd f√ľr mich. Ich hatte ein bisschen Angst vor dem Sprechen. Aber es sind alle so nett im Team und helfen. In dieser Atmosph√§re konnte ich wirklich schon √ľber mich hinauswachsen.

Pia: Und die Geschwindigkeit, in der alles abläuft und getaktet wird, ist anfangs schwierig.

W√ľrdet ihr sagen, es ist ein anspruchsvoller Beruf?

Beide: JA!

Inga: Und welcher Beruf ist schon einfach ‚Äď da sollte man keinen untersch√§tzen.

Pia: Die Hauswirtschaft verbindet so viele verschiedene Aspekte. Man lernt von allem etwas, man wird fachlich ausgebildet in vielen Bereichen. Wenn man nur einzelne Bereiche gut kann, ist die Gefahr gro√ü, durch die Pr√ľfung zu fallen.  Und es kommt auch immer mehr dazu. Das Qualit√§tsmanagement, Hygienevorschriften, der Umgang mit der Allergenkennzeichnung‚Ķ und die Betreuung ist auch wichtig.

Was ist mit Betreuung gemeint?

Kerstin: Wenn man bspw. in einem Altenheim arbeitet, dann besch√§ftigt man sich auch mit den Menschen. Da geht es nicht um die Pflege, sondern dass man Zeit mit ihnen verbringt. Z.B. k√∂nnte man gemeinsam backen. Das ist hier im K√∂nzgenHaus nat√ľrlich nicht so gegeben, aber eben ein Teil der Ausbildung.

Pia: Ich finde, es gibt immer wieder auch Momente, in denen wir das, was wir zur Betreuung lernen, auch hier einsetzen können, wenn Gäste Hilfe brauchen, weil sie bspw. körperlich behindert sind...

Wenn die Ausbildung so vielseitig ist, w√ľrdet ihr sagen, sie ist ein guter T√ľr√∂ffner in das Berufsleben?

Pia: Auf jeden Fall! Man kann sich dann ja auch spezialisieren auf nur einen Bereich, bspw. in einer K√ľche arbeiten.

Kerstin: Ich werde im Anschluss an die Ausbildung die ‚ÄěWirtschafterin‚Äú machen. Daran kann ich dann die Meister*innen-Pr√ľfung anschlie√üen. Man kann auch studieren, beispielsweise √Ėkotrophologie. Oder man geht in Richtung Betriebsf√ľhrung.

Christiane Brockmann: Die Ausbildung zur Hauswirtschafter*in ist definitiv eine gute und solide Grundlage f√ľr alle weiteren Schritte.

Kerstin, du wurdest von deinen Lehrer*innen f√ľr den Landesleistungswettbewerb Hauswirtschaft vorgeschlagen und hast auch erfolgreich teilgenommen. Wie war das?

Kerstin: Ich hatte definitiv viel Spa√ü! Und es ist eine gute √úbung, um sich auf Pr√ľfungssituationen vorzubereiten. Au√üerdem ist es sehr interessant, mit den anderen Azubis ins Gespr√§ch zu kommen. Da merkt man: wir haben es echt super hier! W√§hrend des Wettbewerbs habe ich unser Team zusammengehalten. Das ist was, was ich hier im K√∂nzgenHaus immer erfahren habe und dann wirklich gut umsetzen konnte.

Denkt ihr, es gibt etwas, das hier im KönzgenHaus Teil der Ausbildung ist, was man woanders eher nicht lernt?

Pia: Ich habe auch Praktika in anderen Betrieben gemacht. Nirgendwo konnte man sehen, wie wichtig Blumenpflege und Dekoration ist. Da lernen wir hier richtig viel.

Kerstin: √úberhaupt lernt man, sich gut zu strukturieren. Ich habe auch schon in den Beruf der K√∂chin hinein geschnuppert. Da ist man einfach in der K√ľche an seinem Platz und kocht. Man achtet nicht auf die Ordnung. Aber als Hauswirtschafterin geh√∂rt auch die ganze Organisation drum herum dazu. Der Arbeitsbereich ist einfach vielf√§ltiger.

Christiane Brockmann: Die Azubis lernen hier auch den Umgang mit frischen Lebensmitteln. In Gro√ük√ľchen werden heute ja h√§ufig Convenience-Produkte verwendet. Hier lernen sie frisch zu kochen, wie man mit Lebensmitteln umgeht und die entsprechenden Ger√§te benutzt. Und wir backen auch viel. Die Azubis werden fachliche Allrounder.
Und wir bieten auch immer mal wieder kleine Besonderheiten an. Z.B. machen wir eine Marktexkursion oder gehen gemeinsam Erdbeeren pfl√ľcken, die wir dann auch verarbeiten.

Pia: Was ich auch super finde ist, dass wir so viel ausprobieren d√ľrfen. Frau Brockmann hat ja f√ľr ihre Projektarbeit w√§hrend der Ausbildung zur Meisterin eine Zusatzk√ľche f√ľr die Zubereitung von Sonderkostformen einrichten lassen. Da d√ľrfen auch wir Azubis viel ausprobieren, selbstst√§ndig arbeiten, f√ľr Pr√ľfungen lernen und eben die Sonderkostw√ľnsche zubereiten. Darauf sind ganz viele andere Azubis neidisch!

Christiane Brockmann: Wir finden es ganz wichtig, dass die Azubis lernen, selbstständig zu arbeiten und Zeitabläufe zu kennen: Wann fange ich an, was kommt wann dran, damit am Ende alles exakt zur richtigen Zeit fertig ist.

Pia: Und alles, was man hier lernt, kann man dann auch im Privaten anwenden, das finde ich super.

Ist der Beruf Hauswirtschafter*in einer mit Zukunft?

Christiane Brockmann: Auf jeden Fall. Momentan fehlen auch eher die ausgebildeten Fachkr√§fte. Es wird bspw. immer mehr Altenheime geben. Da werden Hauswirtschafter*innen, die eben auch bestimmte Betreuungsaufgaben √ľbernehmen k√∂nnen, immer mehr gebraucht.
Es ist wirklich schade, dass der Beruf nicht mehr die Anerkennung bekommt, die er verdient. Durch den häufigen Wegfall des Unterrichtsfaches wissen viele junge Menschen gar nicht mehr, was sie sich unter dem Berufsbild vorstellen können; viele empfinden es als veraltet, unterschätzen die Aufgaben…

Pia: Und scheitern dann! Weil sie dachten, das macht man so nebenher, das kann ja eigentlich jeder…

Kerstin: Unterschätzen sollte man die Aufgaben wirklich nicht!

Wie seid ihr auf die Ausbildungsstelle aufmerksam geworden und warum habt ihr euch f√ľr das K√∂nzgenHaus entschieden?

Kerstin: Ich habe mich auf die Ausschreibung hin beworben.

Pia: Ich hatte viele Bewerbungsgespr√§che und habe in vielen Betrieben zur Probe gearbeitet. Ich habe geschaut, wo ich mich am wohlsten f√ľhle und wo die Atmosph√§re am besten ist. Und ich durfte hier schon bei der Probearbeit viel ausprobieren. Betten machen, in der K√ľche und bei der Weihnachtsdekoration helfen.

Christiane Brockmann: Wir nehmen auch immer gerne Praktikant*innen, damit die jungen Menschen den Beruf kennenlernen und sich mal ausprobieren können, um herauszufinden, ob sie sich eine Ausbildung vorstellen können.

Kerstin: Ich finde es √ľberhaupt interessant, was hier im Haus passiert. Wir haben ja √ľber die einzelnen Bereiche hinweg ein gutes Miteinander. Die Belegung ist immer unterschiedlich, man begegnet vielen Menschen, kriegt mit, womit sich die P√§dagog*innen so besch√§ftigen‚Ķ Es gibt einfach jeden Tag etwas anderes.
Und f√ľr das gesamte Team gibt es ja auch mal was zu tun ‚Äď

Pia: Genau, die Projektarbeiten. Alle von uns m√ľssen nach der Zwischenpr√ľfung ein Projekt gestalten, z.B. das Buffet einer Feierlichkeit ausrichten wie f√ľr die Sommerfeier der Belegschaft oder die Nikolausfeier.

Inga, f√ľr dich ist jetzt fast ein Jahr vergangen. Wie schaust du zur√ľck?

Inga: Ich schaue vor allen Dingen nach vorne! Ich traue mir schon viel mehr zu f√ľr meine Zukunft. Ich gehe jetzt von mir aus viel h√§ufiger in den Service und den G√§stekontakt. Die √úbung hilft mir ‚Äď ich suche jetzt von mir aus Kontakt zu Fremden. Da soll noch mal einer sagen, Hauswirtschaft w√§re nur Kochen und Putzen!

Das Gespr√§ch f√ľhrten Christiane Brockmann, Hauswirtschaftsleitung und Laura Schudoma, P√§dagogische Mitarbeiterin im K√∂nzgenHaus.

Ab August bieten wir wieder zwei Stellen f√ľr Auszubildende im Bereich Hauswirtschaft an. Auch junge M√§nner sind herzlich dazu eingeladen, sich zu bewerben. Voraussetzungen sind mindestens ein Hauptschulabschluss und vor allem die Bereitschaft und Motivation f√ľr den Beruf. Wichtigste Eigenschaften sind Zuverl√§ssigkeit, Freundlichkeit, Gewissenhaftigkeit und Teamf√§higkeit. Die Ausbildung dauert drei Jahre im dualen System und bietet eine Vielzahl an Anschlussm√∂glichkeiten. Der f√ľr das K√∂nzgenHaus entstandene Imagefilm ‚ÄěHauswirtschaft ist mehr!‚Äú zeigt einige Einblicke in die Ausbildung und den Beruf. 

Profil Hauswirtschafter*in:

Hauswirtschafter*innen haben die Aufgabe, hauswirtschaftliche Dienstleistungs- und Produktionsprozesse kunden- und situationsorientiert zu gestalten, durchzuf√ľhren, zu steuern und zu vermarkten. Hauswirtschafter*innen versorgen und betreuen Bewohner*innen, Kunden und G√§ste in ganz verschiedenen Wirkungsbereichen, z.B. Senioreneinrichtungen, Bildungszentren mit Gemeinschaftsverpflegung, Jugendherbergen, Krankenh√§usern und vielen mehr. Sie organisieren, kaufen ein, bereiten Mahlzeiten zu und servieren, sie richten Feste aus und gestalten Buffets. Sie reinigen Textilien, pflegen und gestalten R√§ume. Hierbei werden immer die Bed√ľrfnisse des Einzelnen ber√ľcksichtigt. Hauswirtschafter*innen planen, kontrollieren und optimieren Arbeitsabl√§ufe, Personal- und Materialeinsatz, Speisenagebote, Reinigungs- und Pflegearbeiten sowie Hygienema√ünahmen. Nachhaltigkeit, Qualit√§tssicherung, Umweltschutz unter Beachtung rechtlicher Bestimmungen bilden dabei die Grundlage.

Heimvolkshochschule Gottfried Könzgen KAB/CAJ gem. GmbH

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