Heimvolkshochschule
GOTTFRIED KÖNZGEN

Krankheit darf kein Armutsrisiko sein!

Interview mit Annette Seier zur Sozialwahl

Derzeit k├Ânnen Millionen Versicherte in Deutschland bei den Sozialwahlen ├╝ber ihre Vertreter*innen in den Selbstverwaltungsgremien der Sozialversicherungstr├Ąger abstimmen. Annette Seier ist stellvertretende Bundesvorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmer-Organisationen (ACA) und KAB-Referentin aus Haltern am See. Sie kandidiert ├╝ber die Liste der ACA und erz├Ąhlt im Interview, warum Sozialwahlen wichtig sind.

Frage: So viele Wahlen in diesem Jahr ÔÇô warum soll ich mich an der Sozialwahl beteiligen?
Weil es meine Chance als Versicherte*r ist, direkt meine ehrenamtlichen Vertreter*innen in die Selbstverwaltungsgremien ÔÇô wie Vorstand, Vertreterversammlung und Verwaltungsrat ÔÇô zu w├Ąhlen. Bei der Sozialwahl habe ich direkten Einfluss darauf, wer auf Seiten der Arbeitnehmer*innen meine Interessen vertritt. Die Selbstverwaltung ist gelebte Demokratie. Soziale Sicherheit braucht ehrenamtliche Beteiligung und Mitentscheidung.

Frage: Sind die Entscheidungen von Renten- und Krankenkassen nicht gesetzlich geregelt?
Ja und nein. Vieles ist geregelt, aber zum Beispiel bei der Ausgestaltung von Pr├Ąventions- und Reha-Ma├čnahmen in der Rentenversicherung ist der Einfluss der Selbstverwaltung gro├č. Bei den gesetzlichen Kranken- und Pflegekassen ist die Arbeit der gew├Ąhlten Vertreter*innen der Selbstverwaltung in den Widerspruchsaussch├╝ssen von gro├čer Bedeutung.

Frage: Bei den Sozialwahlen treten keine Parteien an, sondern sogenannte ÔÇ×ListenÔÇť ÔÇô wer ist die Liste der ACA?
Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Arbeitnehmer-Organisationen, kurz ACA, ist der ├Ąlteste ├Âkumenische Zusammenschluss evangelischer und katholischer Verb├Ąnde, um gemeinsam bei den Sozialwahlen als ÔÇ×ListeÔÇť anzutreten. Die KAB, das Kolpingwerk Deutschland und der Bundesverband Evangelischer Arbeitnehmerorganisationen treten bei den Sozialwahlen 2017 gemeinsam mit Leitspruch ÔÇ×Dreifach christlich. Einfach menschlich.ÔÇť an.

Frage: Manche bem├Ąngeln, dass bei den Sozialwahlen die inhaltlichen Positionen der Listen nicht gut erkennbar sind. Wof├╝r setzt sich die ACA beispielweise bei den Krankenkassen ein?
Wir Arbeitnehmer*innen-Verb├Ąnde wollen eine R├╝ckkehr zur parit├Ątischen Finanzierung des Beitrags. Au├čerdem darf Krankheit kein Armutsrisiko sein. Kranke, vor allem chronisch Kranke, sind davor zu sch├╝tzen, dass der Anteil und die H├Âhe der Zuzahlungen und Eigenbeteiligung stetig weiter ansteigen.

Frage: Was fordert die ACA f├╝r die Rentenversicherung?

Generell setzen wir uns daf├╝r ein, dass die Gew├Ąhrung von Reha-Ma├čnahmen und der Umfang des Reha-Budgets sich am Bedarf und nicht an der Kassenlage orientieren. Da haben wir in der vergangenen Legislaturperiode viel erreicht, aber wir wissen auch, dass wir in der Selbstverwaltung stetig an dem Thema dran bleiben m├╝ssen. In diesem Zusammenhang ist uns besonders wichtig, dass die eigenen Rehabilitationseinrichtungen der Rentenversicherungstr├Ąger erhalten bleiben.

Frage: Und die gesetzliche Unfallversicherung?

In der Unfallversicherung und bei den Berufsgenossenschaften stellen wir fest, dass die psychischen Belastungen am Arbeitsplatz in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben. Das ist f├╝r uns Ansporn, bei den Leistungen der Berufsgenossenschaften mit Nachdruck pr├Ąventive Ma├čnahmen zu entwickeln, um psychische Belastungen und Erkrankungen der Arbeitnehmer*innen zu vermeiden.

Frage: Warum ist eine solche ÔÇ×christlicheÔÇť Liste wie die ACA sinnvoll?
Bei uns steht der Mensch im Mittelpunkt. Als ACA st├Ąrken wir das Gemeinwohl, treten in unseren Forderungen und in unserer Arbeit sowohl gegen staatliche ├ťberregulierung wie auch gegen Privatisierung und gewinnorientierte Ausrichtung der sozialen Sicherungssysteme ein. Wir verstehen uns als Sprachrohr und Anwalt f├╝r Freiheit und Menschenw├╝rde in der Berufs- und Arbeitswelt.

Frage: Wof├╝r kandidieren Sie?
Ich selbst kandidiere f├╝r den Verwaltungsrat der Techniker Krankenkasse und hoffe, dass wir ein gutes Ergebnis erzielen. Ich will mich dort f├╝r eine optimale medizinische Versorgung einsetzen ÔÇô unabh├Ąngig von Einkommen, Alter und Lebenslage der Versicherten.

Frage: Ihre Bitte an die Versicherten?

Wie bei jeder demokratischen Wahl gilt: Bitte nehmen Sie Ihr Wahlrecht ernst und beteiligen Sie sich! Wer zweimal die Briefwahl-Unterlagen zum Beispiel f├╝r die Deutsche Rentenversicherung Bund und eine Krankenkasse bekommt, sollte auch zweimal w├Ąhlen.

Vielen Dank, Annette Seier, f├╝r das Interview.
Mit Annette Seier sprach Heike Honauer, KAB Di├Âzesanverband M├╝nster.

Heimvolkshochschule Gottfried K├Ânzgen KAB/CAJ gem. GmbH

Annaberg 40
45721 Haltern am See

Kontakt

Telefon: +49 (0) 2364 105 0
Telefax: +49 (0) 2364 105 100

E-Mail: info@hvhs-haltern.de

 

Wichtige Infomationen

HOME

ANFAHRT

KONTAKT

IMPRESSUM

Umsetzung

SoftConsult
Software- Internet- Netzdesign GmbH

Reinhard-Freericks-Str. 2
45721 Haltern am See

Tel.: +49 (0) 2364 - 93 18 4

E-Mail: info@soft-consult.de